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Sein Kreuzweg früher… Unser Kreuzweg heute…

Feierliche Eröffnung der Ausstellung von Maria Schweich aus Longuich in der Kirche St. Willibrord in Waldweiler
Datum:
1. Apr. 2025
Von:
Silvia Scherer

Am Freitag, 11.04., wird um 17.00 Uhr in der Kirche St. Willibrord Waldweiler, Hauptstraße 9, die Ausstellung "Sein Kreuzweg früher… Unser Kreuzweg heute…" mit einer Kreuzwegandacht feierlich eröffnet. Die Ausstellung von Maria Schweich aus Longuich wurde bereits mehrfach im Bistum gezeigt. Bei uns und mit uns wird sie nun eine neue Bearbeitung erfahren. Gruppen und Einzelpersonen sind eingeladen, sich mit den Figuren und Situationen auseinanderzusetzen, die auf den historischen Öldrucken dargestellt sind. Liegt der Fokus der bestehenden Ausstellung auf der Frage: „Was ist mein persönlicher Kreuzweg?“, wollen wir stärker auf die Frage schauen: „Was ist unser Kreuzweg?“ Dieses „Wir“, dieses Miteinander ist sehr offen zu denken, es kann um Paarbeziehungen, Freundschaften, Familien, die Nachbarschaft, Dorfgemeinschaft, die Schulklasse oder auch unsere Gesellschaft als Ganze handeln.

Es soll aber nicht beim Betrachten bleiben. Einzelpersonen und Gruppen können ihre Gedanken und Erfahrungen in Gemälden, Zeichnungen, Fotografien, Drucken oder Objekten Ausdruck verleihen. Diese werden dann Teil der Ausstellung. Natürlich können die Werke nach dem Abschluss im Sommer zurückgegeben werden.

Die eigene weltanschauliche oder religiöse Position ist für eine Teilnahme unbedeutend. Wir sind überzeugt, dass in den Bildern des Kreuzwegs existenzielle Erfahrungen zu finden sind, denen jeder Mensch im Lauf seines Lebens begegnet. Infos und Anmeldung ab 15. Februar bei Raphael Collinet unter raphael.collinet@bistum-trier.de oder bei Ihrer Ansprechperson aus dem Pastoralteam.

Zum Hintergrund:

Im September 2017 sollten die ausrangierten Kreuzwegstationen der Longuicher Kirche St. Laurentius entsorgt werden. Die Öldrucke im Nazarenerstil waren zwar 163 Jahre alt, aber in desolatem Zustand, die Leinwände verdreckt und zerschnitten. Als Sperrmüll am Straßenrand bereitgestellt, wurden Bilder und Rahmen von der ortsansässigen Künstlerin Maria Schweich bei einem Spaziergang entdeckt. Einer glücklichen Fügung ist es zu verdanken, dass in diesem Moment eine Sitzung der Verantwortlichen der Kirchengemeinde stattfand. Sie schenkten die Bilder kurzentschlossen der Künstlerin und retteten sie so gemeinsam vor der Vernichtung. Fünf Jahre lang restaurierte und überarbeitete Maria Schweich die Bilder in ihrem Atelier Art und Druck, gemeinsam mit vielen anderen Menschen.

Es blieb aber nicht beim „bloßen“ Erhalt der historischen Bilder. Im Prozess der Restaurierung wuchs die Überzeugung, dass die Kreuzwegstationen Ausdruck zutiefst menschlicher Erfahrungen und existenzieller Schlüsselsituationen sind. So wurden über 100 Kunstschaffende jeden Alters über Konfessions- und Religionsgrenzen hinweg eingeladen, in einen persönlichen Dialog mit den Kreuzwegstationen einzutreten. „Was ist mein persönlicher Kreuzweg?“ „Was habe ich erfahren, das ich in diesem Bild wiederfinde?“ Ihre Antworten schlugen sich nieder in eigenen Gemälden, Zeichnungen, Fotografien, Drucken und Objekten. Mit der Beschränkung auf das Format 20x20cm wurde es möglich, mehrere Objekte in aufklappbaren Bilderrahmen zu präsentieren, deren Deckel jeweils ein historischer Öldruck ist. Kunst zum Anfassen und Begreifen.